Beeinflusst das Pflanzverfahren die Baumstabilität?

Bei der künstlichen Begründung von Forstkulturen kommen diverse Pflanzverfahren zur Anwendung. Dabei stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese auf die Wurzelentwicklung und Bodenverankerung der Bäume haben. Dieser Frage sind Priv.-Doz. Dr. Thomas Ledermann und Nikolaus Nemestóthy nachgegangen.

Das Bundesforschungszentrum für Wald hat zur Bestimmung der Bodenverankerung auf einer Versuchsfläche Fichten mit einer Seilwinde umgezogen und die erforderliche Kraft gemessen. Mehr Untersuchungen aus Deutschland haben gezeigt, dass Wurzeldeformationen bei gepflanzten Bäumen signifikant häufiger vorkommen als bei Bäumen, die aus Saat oder Naturverjüngung hervorgegangen sind. Vor allem bei der Winkelpflanzung ist durch das seitliche „Einschwingen“ der Wurzeln mit einer Verkrümmung der Hauptwurzel zu rechnen.

Bei Container- und Hohlspatenpflanzungen geht man hingegen davon aus, dass derartige Wurzeldeformationen seltener vorkommen. Die Frage, inwieweit die einzelnen Verfahren zu einer unterschiedlichen Bodenverankerung führen, wurde bisher hauptsächlich durch Wurzelgrabungen bzw. Freilegen der Wurzel durch Spülung untersucht. Solche ausschließlich qualitativen Beurteilungen haben jedoch immer einen subjektiven Charakter. Eine objektive Methode zur Prüfung der Bodenverankerung ist das Umziehen von Bäumen bei gleichzeitiger Messung der Widerstandskraft.

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