Schadholz, das nicht abgefahren werden kann oder Stämme, die Waldbesitzer selbst nutzen möchten, können vor Ort gesägt werden. Johann Wild besuchte den Mobilsäger Martin Liedl aus Neustadt a. d. Donau bei seiner Arbeit und hat von ihm praktische Informationen erfahren.

Herr Liedl, wie kamen Sie zum Mobilsägen?

Martin Liedl: Unsere Familie betrieb eine klassische Nebenerwerbslandwirtschaft. Milchvieh, etwas Hopfen und natürlich Wald gehörten dazu. Ich war gezwungen, mit Schichtarbeit etwas dazuzuverdienen. Da in der Landwirtschaft im Winter weniger Arbeit ansteht und unser Hof von großen Waldflächen umgeben ist lag es nahe, etwas mit Wald und Holz zu machen. Auf Forstmessen entdeckte ich damals mobile Sägewerke und war davon fasziniert.

Und dann ging es sofort los?

Ja, aber im Kleinen. Vor elf Jahren kaufte ich mir ein kleineres mobiles Sägewerk und fing an, für Nachbarn und örtliche Waldbesitzer Holz zu sägen. Die Aufträge und Holzmengen wurden sehr schnell mehr. Ich schaffte also eine größere und leistungsfähigere Säge an. Mit dieser konnte ich Stämme bis 1,1 m Durchmesser bewältigen. Doch auch diese war bald zu klein. Mit der aktuellen Anlage, die derzeit eine der größten mobilen Sägen auf dem Markt ist, können von mir bis zu 1,3 m dicke Stämme gesägt werden. Außerdem kann schneller und wirtschaftlicher produziert werden. Mit dieser Anlage arbeite ich nun seit zwei Jahren

Für wen sägen Sie?

Für jeden! Hauptsächlich für Waldbesitzer, die ihr Holz selbst nutzen, Schreiner und Zimmerer, die regionales Holz verwenden oder Stämme speziell auf ihre Bedürfnisse "zugeschnitten" haben wollen. Auch Sägewerke, deren Sägegatter nicht für große Stammdimensionen ausgelegt sind, gehören zu meinen Kunden. Für sie "putze" ich die Stämme so zu, dass diese verarbeitet werden können.

Welche Sortimente schneiden Sie?

Das meiste ist Bauholz. Balken, Bretter und Latten in allen erdenklichen Dimensionen und bis zu 14 m Länge. Neben dem mobilen Sägewerk führe ich einen mobilen Doppelbesäumer mit. Mit diesem können Bretter und Latten hergestellt werden. Während ich die Stämme an der mobilen Säge bearbeite, kann der Kunde besäumen. Nur Baumkanten fallen dann als Brennholz ab. Das spart Zeit und Lagerplatz, die Stämme werden bestmöglich ausgehalten und wenn die Rindenstücke abtransportiert werden, sind auch Borkenkäfer kein Problem mehr.

Gibt es eine Mindestmenge, ab welcher sich ein Mobilsäger lohnt und wieviel schaffen sie pro Tag?

Etwa 10 Festmeter sollten es schon sein. Darunter ist es nicht wirtschaftlich. Für den Aufbau brauche ich in der Regel 30 bis 40 Minuten. Danach geht es zügig voran! Bei Bauholz erreiche ich im Durchschnitt eine Leistung von etwa 2-2,5 fm pro Stunde. Damit schaffe ich dann etwa 20 bis 25 fm Bauholz am Tag.

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